ZEGG-Gelände in Bad Belzig
: Ein geschichtsträchtiges Areal im Wandel der Zeit

Kaum ein Flecken Erde auf dem Stadtgebiet von Bad Belzig hat in den vergangenen 100 Jahren so viele Nutzungen gehabt, wie das Gelände des Zentrums für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG).
Von
Bärbel Kraemer
Bad Belzig
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Die Broschüre ist im Buchhandel, in der Touristinformation und im ZEGG erhältlich.

B. Kraemer

Dem geschichtsträchtigen Areal ist jetzt eine Broschüre gewidmet worden. Während der Arbeiten an der Bad Belziger Chronik war Ortschronistin Helga Kästner auf Annoncen und Zeitungsberichte gestoßen, die Grundlage für weitere Nachforschungen wurden.

In den Archivbeständen des Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam, des Kreisarchivs des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Bad Belzig und in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) Berlin fanden sich weitere Unterlagen, aus denen ein geschichtlicher Abriss über das Areal verfasst werden konnte.

Sechs Kapitel umfasst das knapp 80 Seiten starke Heft, an dem neben Helga Kästner, Monika Schwarz, Annik Trauzettel, Ramona Stucki und Bill Nickl mitgearbeitet haben.

Der erste Teil, den Monika Schwarz bearbeitet hat, beschreibt die Entwicklung von 1900 bis 1991: Nach der Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb in den 1920er Jahren folgte die Errichtung eines Sportheimes der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“, die ab Beginn des Zweiten Weltkrieges auch als Lazarett genutzt wird. Nach 1945 wurde dort eine Bildungseinrichtung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes gegründet; ab 1958 nutzte die als „GST-Schule“ getarnte Schule der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Gelände. Nach ihrer Verlegung 1988 wurde begonnen, ein Sanatorium des MfS auf dem Gelände zu errichten. Diese Pläne wurden von der Wende überrollt und neue Nutzungsmöglichkeiten, besonders für die Bevölkerung, wurden gesucht.

Im zweiten Teil der Broschüre, für den Annik Trauzettel, Bill Nickl und Ramona Stucki federführend waren, wird das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG), welches seit 1991 Besitzer, Nutzer und Gestalter des Geländes ist, vorgestellt und zugleich die Entwicklung in den letzten 25 Jahren beschrieben. Die Broschüre zum Preis von 12 Euro ist im Buchhandel, in der Touristinformation und im ZEGG erhältlich.

Am 1. März wird um 15.00 Uhr zu einer Führung über das Gelände geladen, Treffpunkt ist der ZEGG-Parkplatz.